"Der Mensch denkt. Gott lenkt" Eine dahingesprochene Rede-wendung. Und dann holt uns das Leben auf den Boden der Tatsachen - PENG! So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Gott hätte mir ja wenigstens ein Vorzeichen schicken können. Aber so ganz unvorbereitet... Wir singen: "Schenk uns Zeit ... Zeit aus deiner Ewigkeit." Doch wann beginnt Gottes Ewigkeit? Werde ich es erkennen, ob bzw. wann ich in seiner Ewigkeit angekommen bin? Was wird mich dort erwarten? Wir feiern am letzten Sonntag im November mit dem Ewigkeitssonntag das Ende des Kirchenjahres und erinnern uns zugleich an Menschen aus unserer Mitte, die uns verlassen haben, "heimgerufen" wurden von Gott. Gleichzeitig sind unsere Gedan-ken schon bei dem "Kind in der Krippe" und in wenigen Wochen singen wir: "Christ der Retter ist da"...

Damit sind wir angekommen, auf dem Boden der Tatsachen - in Gottes Ewigkeit - hier und jetzt. Täglich - seit er uns das Leben geschenkt, uns zu seinen Kindern gemacht und uns sein Erbe, seine Schöpfung anvertraut hat. Mein Leben - ein Geschenk Gottes.

Da kommt mir ein weiteres Sprichwort aus Kindertagen in den Sinn: "Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen." Demnach wäre Gott ein Dieb, wenn er uns das zuvor geschenkte Leben wieder nimmt? Oder ist es vielleicht doch eher ein weiteres, viel wertvolleres Geschenk, dass wir an Gottes Ewigkeit teilhaben dürfen?

In einem Buch habe ich gelesen: "Weil Gott in jedem Lebewesen drin ist, kann es nicht ganz sterben... Es gibt einen Teil in dir, der nicht sterben kann... Du kannst ihn Seele nennen. Er kehrt zurück zu Gott." Unser Leben ist geschenkte Zeit aus Gottes Ewigkeit.

So können wir es in Psalm 16, Vers 11 lesen: "Du tust mir kund den Weg zum Leben. Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich." Geschenkt ist geschenkt!

Bleiben Sie behütet – hier und jetzt und ewiglich.

Regine Maywald (Lektorin)