© Diakonie/Francesco Ciccolella

Liebe Gemeinde,

während ich diese Zeilen schreibe, bin ich krank. Ich darf hoffen, in ein paar Tagen wieder gesund zu sein. Aber trotzdem zeigt mir die Situation, wie schnell wir im Leben auf elementare Fragen zurückgeworfen werden. Aufstehen können. Keine Schmerzen haben. Mit Appetit essen. Wie schnell vergessen wir im Alltag, dass auch das alles schon Geschenke sind.

Traditionell wird Jesus als Arzt der Kranken gesehen. Im Neuen Testament gibt es viele Berichte von Heilungen. Auch im Alten Testament zeigt sich Gott seinem Volk als Arzt (2. Mose 15, 26). Heute erleben wir eine Aufteilung. Für die körperliche Gesundheit ist eine sich ständig weiter entwickelnde Medizin zuständig. Und weil es dabei auf unsere Mitwirkung ankommt, sind wir selbst mitverantwortlich für unsere Gesundheit - und in Fragen gesunder Lebensführung und Fitness sowieso.

Für die seelische Gesundheit reichen diese biomedizinischen Antworten aber oft nicht. Hier bleiben wir auf Zuspruch und Trost angewiesen. Besonders wenn wir krank sind, brauchen wir einen, an den wir unsere Fragen richten können. Wer hört meine Sorgen und Zukunftsängste? Wo darf ich ungeschönt klagen? Im 1. Petrusbrief steht eine einfache Antwort: "Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch." (1. Petrus 5,7) Das ist kein Versprechen von Wundern, aber es befreit Sorgen, die lediglich Energie rauben und uns zermürben. Das wird nicht immer gelingen, Leid und Verzweiflung können manchmal übermächtig sein. Aber es lohnt, diesen Weg zu gehen und sich Ruhe und Kraft schenken zu lassen.

Ich wünsche Ihnen Gesundheit und besonders bei Krankheit die Nähe Gottes.

 

Es grüßt Sie herzlich Ihr Ingolf Hübner